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Die Ausstellung ist verlängert bis zum 31. Oktober
Jörg
Steck – Promisses
of Belief and Hope
Spätestens seit des Zusammenbruches der Sowjetunion und ihrer
Satelliten spielt die so genannte
Globalisierung eine immer grössere und bedeutendere Rolle. Dieser
strapazierte und von unterschiedlichsten
Seiten benutzte Allgemeinbegriff bleibt in seiner Bedeutungsschwere
immer diffus, ist jedoch
in seinen Auswirkungen meist konkret, wie es sich gegenwärtig in der
grössten Wirtschafts- und
Finanzkrise seit dem 2. Weltkrieg herausstellt.
Der Globalisierungsbegriff findet in der Regel seine Benutzung im
ökonomischen Kontext. Er zeichnet
sich in der allgemeinen Wahrnehmung durch immer grösser werdende bzw.
sich stetig wandelnde
international agierende Konzerne aus, welche meist im Gegensatz zu den
alten Familienunternehmen
traditioneller Dynastien aufgrund häufig wechselnder Manager und
Vorstände gesichtslos erscheinen.
Moderne Konzerne bzw. Firmen gleichen in Folge ihrer funktionalen
Ausgliederung einem hydraartigem
Gebilde und sind nur noch in den seltensten Fällen konkret
personifizierbar.
Im allgemeinen Erscheinungsbild sind jene Konzerne, Firmen und
Handelsketten in erster Linie als
Architektur sichtbar bzw. manifestierbar. Ihre Bauten gleichen sakralen
Inszenierungen und symbolisieren
Macht durch Grösse, Höhe und Ehrfurcht einfordernde Materialität und
Massstäblichkeit.
Markierten von alters her die größten Gebäude die Grenze zwischen
weltlicher und kirchlicher Macht
und Gerichtsbarkeit in Form von Stadttoren und Kirchtürmen, so sind
heutzutage die Repräsentationsgebäude
und Logos jener Konzerne und Marken der globale Inbegriff von
Wirtschaftskraft,
Fortschritt und Weltläufigkeit, welche durch ihre gigantische Grösse
oder allgegenwärtige Präsenz
Unverwundbarkeit durch Überlegenheit symbolisieren.
Aus dem so genannten Zusammenwachsen der Welt in Folge der
Globalisierung resultiert eine zunehmende
Säkularisierung der Gesellschaften, da die ehemals alleinigen
Religionen durch jeweils
andere Religionen anderer Kulturen relativiert und durch einen
Wissenschaftsglauben neutralisiert
oder entzaubert werden. Dies hat scheinbar einen fliessenden Übergang
zu rituellen Ersatzhandlungen
und Wertemassstäben in Form von vermeintlich identitätsstiftenden
Kundenstämmen mit ihren transportierten
Marken, Trends und Lifestyles zur Folge.
Die aus C-Prints und Leuchtkästen bestehende Installation von Jörg
Steck zeigt vorgefundene
lichtinszenierte Kulissen und Fassaden von Repräsentationsbauten,
welche nur scheinbar Transparenz
vermitteln und sich der Sicht von aussen nach innen versperren. Die
Arbeit thematisiert die
zu beobachtende assoziative Nähe von sakraler Symbolik zwischen
vermeintlicher Heiligkeit und
profaner Verdinglichung, bei der Objekte rein ästhetischen Bestimmungen
unterworfen werden und
letztlich Oberflächen bleiben. Die analog zum Warenkult zu beobachtende
religiöse Überhöhung der
Wirtschaftssysteme und ihrer Marktmechanismen wird insbesondere in der
aktuellen Krise durch die
Wahl von Terminologien wie „Sündenfall“ und „Heilsversprechen“ zum
Ausdruck gebracht, bei der
die häufig geforderte „Rückbesinnung“ auf bestimmte Lehren die Leere
der Ratlosigkeit gegenüber
steht.
aus
der Installation „Promisses of Belief and Hope“
© Jörg Steck
Eröffnung: 4. September, 18
bis 22 Uhr
5. September bis 17.Oktober 2009, Dienstag bis Samstag
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